Archiv | April, 2013

die Pflege als Top Thema behandeln

13 Apr

Verschiedene Ansichten zum Thema Pflege zeigen, dass es höchste Zeit ist, hier endlich zukunftsweisende Rahmenbedingungen zu schaffen. Eines ist gewiss, die Abschaffung bzw. Einführung eines Regresses löst nur wenig. Tatsache ist, dass die Pflege in Heimen die teuerste Methode ist und viel zu viel auf eben diese gesetzt wird. Genug Pflegeplätze zu haben heisst noch lange nicht, dass man sie auch finanzieren kann. Wenn man den Artikel über den pharmakologischen Ganztageskuss liest möchte man meinen – was für eine schlechte Welt. Anders betrachtet würden unsere pflegebedürftigen Alten ohne medizinische und pharmazeutische Hilfe gar nicht in diese Situation kommen. Sie würden einfach früher sterben. Nicht alle, aber doch sehr viele. Trinkt ein hochbetagter Mensch in einem Pflegeheim zu wenig bekommt er eine Infusion angehängt und damit ist das Überleben bis zur nächsten Infusion wieder gesichert. Wollten diese Menschen das? Wollen wir das für unser Alter? Die tatsächliche Ungerechtikeit heisst Generationenkonflikt und er muss demnächs nachhaltig, sowie gerecht und menschenwürdig gelöst werden.
Aus der Sicht des Pflegepersonals ist der pflegebedürftige Mensch und dessen Angehörige stets ein potentieller Gegner vor Gericht und das hat zur Folge, dass man lieber mehr interveniert als weniger. Aber ist diese Handlungsweise wirklich das Beste für die Pflegeempfänger?

Superinfektion

8 Apr

In der Medizin spricht man von einer Sekundärinfektion, wenn z.B. ein viraler Infekt das Immunsystem schwächt und bakterielle Erreger die schwache Abwehrlage nutzen und sich ausbreiten. Dieses Szenario scheint sich auch im übertragenen Sinn in der Eurozone abzuspielen. Auch wenn das Schlimmste der Eurokrise überwunden sein mag, gibt es die Folgen dieser, die wohl erst so richtig in Fahrt kommen. Portugals Gesetzgeber haben beim Nachdenken einfach ein bisschen die Verfassung austricksen wolllen. Jetzt warnen sie vor den negativen Folgen des Vertrauensverlustes durch diesen Richterspruch. Portugal verspielt dadurchgroße Chancen. Doch der Ansatz ist und bleibt überall derselbe: die Eliten versuchen bei den Ärmsten zu sparen. Unsere Krise ist derzeit immer noch von den Bildern ratlosen Gesichtern überforderter Politiker geprägt. Diese Politiker setzen sich aber nach ihren Beratungen beispielsweise weiterhin in zu teure Fortbewegungsmittel und das viel zu oft. Immer öfter zeigt diese Krise nun auch Bilder, die uns nachdenklich stimmen sollten: dreifacher Suizid in Italien. Ansteigen der Selbstmordrate in Griechenland um 20 – 40%. Eine Gesellschaft, die den Mut verliert ist geschwächt und immer wieder empfänglich für Infektionen verschiedener schädlicher Erreger. Und wir haben bereits den Mut verloren. Wie wollen wir die Wirtschaft in Gang bekommen, wenn der Spardruck auf einzelne steigt? Wie wollen wir die Produktion unserer eigenen Waren, die überwiegend in Billiglohnländern stattfindet wieder zurückholen? Innerhalb der Eurozone ist eine Steuerung durch Umwertungen der Währung nicht möglich. Die Lohnnebenkosten sind und bleiben hoch. Sozusagen ist das ganze System am ächzen und wir können die Folgen dieser Krise in keinster Weise absehen. Eines ist jedoch gewiss: große Teile der Weltbevökerung stehen seit Jahrzehnten ähnlicher Probleme gegenüber; wir sahen dies, wussten um die Ursachen, und konnten unser Wissen nicht nutzen …. .