Archive | November, 2015

Mit Liebe überschütten.

28 Nov

 

Die einzige Antwort, die man aus christlicher Sicht, all diesem Hass und Terror geben kann ist die Liebe. Wir sehen uns mit angeblich neuen Herausforderungen konfrontiert. Sieht man aber ein bisschen unter die politische und mediale Oberfläche, dann kann man bald feststellen, dass die Probleme eigentlich vor allem von einer brutalen Wirtschaftspolitik der westlichen Länder, allen voran den USA verursacht worden sind. Brutale Ausbeutung armer Menschen und deren Lebensräumen, Waffenlieferungen, politische Entscheidungen, die zu Kriegen führen, Export von subventionierten Lebensmitteln, Müllhalden voller Nahrung auf der einen und elend verhungernde Menschen auf der anderen Seite. Diese Ungerechtigkeiten werden von Ländern, die sich auf den christlichen Gott berufen, bewusst betrieben. Nun kommen sie also zu uns. Jene, die es sich leisten können, diesen absurden Ungerechtigkeiten zu entfliehen. Was machen wir nun? Dem in der Politik immer noch maßgebenden Wählerinnen und Wählern verpflichtet müssen wir Maßnahmen setzen, damit wir wieder gewählt werden. Wie diese Maßnahmen aussehen werden, merken wir am Diktat der Populisten. Dabei verschweigen die Meisten wohlweißlich, dass dieses Elend von uns selbst gemacht ist. Viele Menschen, die hier ankommen, werden bleiben. Wie können wir sie aufnehmen? Nachdem die erste Hilfseuphorie verflogen sein wird, muss man mit konstanter Liebe an den neuen Bürgern arbeiten. Wir müssen sie mit Liebe überschütten. Ihnen unsere Freundschaft anbieten und uns dabei auf die christlichen Werte berufen. So zum Beispiel beschrieben im Johannesevangelium Kapitel 15: Es gibt keine größere Liebe, als wenn Einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (Einheitsübersetzung) Was kann das für unsere Zeit bedeuten? Diese Liebe ist uns aber in jeglicher Hinsicht verloren gegangen. Wir sehen zu, wie tagtäglich Millionen Menschen hungern und ändern unseren Konsum nicht. Wir nehmen es einfach hin. Jetzt werden wir vom verursachten Elend eingeholt. Es liegt an uns, wie wir damit umgehen.

Kinder schlagen erlaubt. -???

22 Nov

Ein Schwimmbad in Oberkärnten. Wir haben eine Jahreskarte und gehen oft schwimmen. Immer wieder hole ich Flüchtlinge von umliegenden Unterkünften ab und nehme sie mit. Diesmal nehme ich meine 4 Kids, einen iranischen jungen Mann mit seiner Tochter und einen ca. 10 Jahre alten Jungen ebenfalls aus Iran mit. Das Schwimmbad ist nicht voll, aber voller Leben. Viele Kinder und Jugendliche liefern sich kleine Kämpfe und spielen miteinander. Auch meine Gäste haben Spaß und blödeln ausgelassen herum. Mittendrin gibt es auch ältere Menschen, die ob der regen Aktivität eher weniger erfolgreich versuchen, ihre Schwimmrunden zu drehen. Plötzlich sehe ich, dass mein 10 jähriger iranischer Freund am Beckenrand sitzt und weint. Er blutete im Mund und ist ziemlich verzweifelt. Ich habe mich um meine Kinder gekümmert und daher nichts beobachtet. Der junge Vater berichtet mir, dass ein alter Mann den kleinen Jungen 2-mal geschlagen habe. Ich höre mir die Geschichte an und es stellt sich heraus, die wilden Aktionen der jungen Leute den Alten erschreckt hätten und er daraufhin zugeschlagen habe. Ich konfrontiere den betagten Schwimmer und er bestreitet. Er sagt, er sei nur geschwommen. Dabei habe ich das Gefühl, dass er nicht die Wahrheit sagt. Darauf berichte ich den Bademeister davon, dieser war schon informiert – von einer Zeugin, die bereits zugunsten des alten Mannes ausgesagt hat. Der Bademeister kümmert sich nicht um das Kind, sondern schimpft über wilde Kinder und nimmt den Alten in Schutz. Ich kann das gar nicht fassen, denn es war offensichtlich Gewalt im Spiel. Andere Badegäste sagen mir, dass dieser Mann öfters herumschlage. Ich bin ratlos.